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Was bewirken die sogenannten Öko-Rabatte?

Was will der Staat?
Bund und Kantone versuchen seit Jahren, den Kauf von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben finanziell zu fördern, vor allem via Motorfahrzeugsteuer. Viele Kantone erlassen die Steuer beispielsweise für Elektrofahrzeuge komplett. Für Hybride, Gasautos und Autos mit Energieetikette A gewähren sie Rabatte von bis zu 80 Prozent. 

Wie hoch sind die Rabatte?
Wie der «Kassensturz» aufgezeigt hat, berechnet jeder Kanton die Motorfahrzeugsteuern nach einer anderen Methode. In der Regel zählen: Gewicht oder Energieeffizienz, Leistung oder Hubraum, CO2-Ausstoss oder Antriebsart. Einige Kantone fördern Fahrzeuge mit alternativen Antrieben gar nicht, weil deren Umweltfreundlichkeit umstritten ist. Daher sind die Steuerunterschiede riesig: So zahlt ein Tesla-Fahrer im Kanton Basel-Stadt 1780 Franken Motorfahrzeugsteuer – im Kanton Zürich nichts. Extrem sind die Unterschiede auch bei Luxusautos. Für einen Porsche Carrera zahlt man in Schaffhausen 384 Franken, in Genf 2043. In der Regel betragen die Motorfahrzeugsteuern einige hundert Franken pro Wagen und Jahr.

Wer bezahlt die Rabatte?
Die Steuerrabatte auf Fahrzeugen mit alternativen Antrieben werden über höhere Abgaben auf konventionelle Autos kompensiert, also Benziner und Diesel. Während es unter den Autofahrern eine Umverteilung gibt, resultiert für den Staat unter dem Strich ein Nullsummenspiel.

Was bewirken die Rabatte?
Derzeit sind nur gerade zwei Prozent aller Personenwagen Hybrid-, Elektro- oder Gasautos. Ihr Anteil bei den Neuwagen steigt zwar, aber Herr und Frau Schweizer kaufen vor allem schwere und leistungsstärkere Benziner und Diesel.

Warum verpuffen die Anreize?
Nur 15 Prozent der Autokäufer geben in einer Studie der Zürcher Beratungsfirma EBP an, dass die Höhe der Motorfahrzeugsteuer für sie sehr wichtig sei. Der Umsteigeeffekt sei sehr gering, heisst es weiter in der Studie. So hat etwa der Kanton Zürich vor vier Jahren Ökorabatte eingeführt. Seither ist der mittlere CO2-Ausstoss pro Fahrzeug aber um nur 1,4 Prozentpunkte stärker gesunken als in Kantonen ohne Rabatte.

Was sagen die Umweltorganisationen dazu?
Ökorabatte sind selbst unter Umweltschützern umstritten. «Wir sind gegen die Subventionierung von Autos», sagt Martin Winder vom VCS gegenüber der Zeitschrift «Beobachter». Auch mit Elektroautos soll man sich an den Infrastrukturkosten beteiligen, die über die Motorfahrzeugsteuern finanziert werden.