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Der hohe Preis der Stromtankstellen

Damit die Elektromobilität bis 2025 in die Gänge kommt, sind einer aktuellen Studie zufolge Investitionen von bis zu 400 Milliarden Dollar nötig. Ein Grossteil davon in Europa.

Die politisch geforderte Umstellung auf die Elektromobilität würde innerhalb weniger Jahre gewaltige Investitionen in die öffentliche Ladeinfrastruktur erforderlich machen. Analysten einer aktuellen UBS-Studie, aus der die «Welt» zitiert, haben die wichtigsten Zahlen berechnet:

Wie sich die Elektromobilität in den verschiedenen Weltregionen entwickelt:

  • Für Europa geht die UBS von einem Elektroanteil bei den Neuzulassungen von 29 Prozent im Jahr 2025 aus. Schon zehn Jahre später, also 2035, glauben die Analysten, werden nur noch Elektroautos neu zugelassen werden.
  • In China liegt der Anteil 2025 bei 21 Prozent, 2035 gehen die Banker auch dort von 100 Prozent Elektroanteil aus.
  • In den USA laufe die Entwicklung deutlich langsamer, dort sollen 2025 nur sechs Prozent der neuen Autos elektrisch sein, zehn Jahre später geht die Studie von 50 Prozent aus.

Wie viele Ladesäulen es bis 2025 braucht, um den Bedarf zu decken – und was sie kosten:

  • Die Analysten gehen von einem Bedarf von 18 bis 20 Millionen neuen Ladesäulen aus, die durchschnittlich jeweils rund 20’000 Dollar kosten. So ergibt sich eine Bandbreite von 360 bis 400 Milliarden Dollar für die Gesamtkosten.
  • Aufgrund der schnellen Entwicklung wird ein Grossteil der neuen Ladesäulen in Europa benötigt. Allein dort werde man zehn Millionen Einheiten brauchen, was Kosten von bis zu 200 Milliarden Dollar verursachen werde. China soll bis 2025 auf einen Bedarf von rund vier Millionen Ladestellen kommen. Vergleichsweise niedrig ist der Bedarf in den USA, weil dort Elektroautos gemäss UBS-Prognosen nur langsam akzeptiert werden.
  • Insgesamt sind die Investitionen so teuer, dass die Investoren froh sein können, wenn sie über den Stromverkauf überhaupt die Kosten dafür decken können, schlussfolgern die Analysten.

Wie stark der Strombedarf ansteigt:

Während der Investitionsbedarf in Ladesäulen bereits in den kommenden acht Jahren stark ansteigt, kommen die Analysten der UBS zu dem überraschenden Ergebnis, dass der zusätzliche Strombedarf für Elektroautos zumindest bis 2025 überschaubar bleibt. Sie machen folgende Prognosen:

  • Die Energienachfrage werde durch die E-Mobilität zunächst je nach Region nur um 0,4 Prozent bis 1,5 Prozent steigen.
  • Erst in der Zeit bis 2035 werde der Bedarf um zwölf Prozent deutlicher ansteigen. Das liege vor allem an der Entwicklung in China, wo ab 2035 Elektroautos etwa sieben Prozent des gesamten Energiebedarfs ausmachen werden.

Für ihre Berechnungen haben die Banker je nach Region unterschiedliche Elektroautos herangezogen, für China ein Modell des dortigen E-Autobauers BYD, für die USA einen Tesla, für Europa einen BMW i3.