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«Nicht unsere Kernaufgabe»

Hyundai und Toyota sind Pioniere in Sachen Wasserstoff-Fahrzeuge. Von anderen Herstellern hört man bislang wenig. Wie stark ist das Thema im Schweizer Automarkt präsent?

Herr Burgener, Hyundai und Toyota sind Pioniere in Sachen Wasserstoff-Fahrzeuge. Von anderen Herstellern hört man bislang wenig. Wie stark ist das Thema im Schweizer Automarkt präsent?
Mit der Eröffnung der ersten öffentlich zugänglichen Wasserstofftankstelle im letzten Herbst hat das Thema sicher an Bedeutung gewonnen. Doch natürlich muss erst ein ganzes Netz an Tankstellen her, bevor dem Wasserstoffauto der Durchbruch gelingen kann.

Wie ist Ihre Einschätzung betreffend Zukunftschancen dieser Antriebstechnologie?
In den kommenden Jahren wird es sicherlich modellseitig einige neue Fahrzeuge geben. Die Henne-Ei-Problematik aber bleibt: Was muss zuerst da sein, Tankstellen oder Autos? Ich glaube, dass zuerst ein Mindestmass an Tankstellen verfügbar sein muss, bevor mehr Menschen ein solches Auto kaufen.

Das gleiche gilt aber doch auch für Elektroautos.
Ein Elektroauto kann man immerhin noch an der eigenen Haushaltssteckdose laden, beim Wasserstofffahrzeug geht das nicht. Bis eine solche Tankinfrastruktur steht, wird sicher noch einige Zeit vergehen. Aber langfristig ist der Wasserstoffantrieb sicherlich eine Chance. Vor allem im Güterverkehr, bei Lastwagen, sehe ich eine zukünftige Verwendungsmöglichkeit.

Engagiert sich Auto Schweiz in irgendeiner Art und Weise für die Entwicklung des Wasserstoffantriebs?
Auto Schweiz wird sich nach derzeitigem Stand nicht am Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur beteiligen. Das wäre als Vereinigung von 35 Importeuren, deren Fahrzeughersteller derzeit an unterschiedlichsten Antriebskonzepten feilen, kein Projekt, das einem namhaften Teil unserer Mitglieder zugutekäme. Zudem sehen wir dies auch nicht als unsere Kernaufgabe.

Aber moralisch unterstützten Sie die Initiative von Coop?
Das private Engagement von Coop begrüssen wir sogar sehr. Gleichzeitig ist es für den Betreiber einer Vielzahl von Tankstellen in der Schweiz eine Investition in die Zukunft. Wir hoffen, dass hier andere nachziehen.

Interview: Robert Wildi

Andreas Burgener, Direktor Auto Schweiz