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Gratis-Mobilität dank Carsharing?

Dem Carsharing gehört die Zukunft, sagt der Trendforscher Sven Gábor Jánszky. Mit erfreulichen Folgen für unsere Haushaltsbudgets.

10,9 Prozent ihres Budgets geben Frau und Herr Schweizer heute für ihre Mobilität aus. Das ist nach Wohnen und Gesundheitspflege der drittgrösste Posten – knapp vor den Nahrungsmitteln. Bricht man die Aufwendungen der Haushalte für die Mobilität auf die einzelnen Ausgabenposten herunter, zeigt sich, dass Kauf, Unterhalt und Betrieb von eigenen Fahrzeugen über zwei Drittel ausmachen, während der Rest auf den Einkauf von Dienstleistungen des öffentlichen Verkehrs vom Flugzeug über die Bahn bis zum Taxi entfällt. Dies hat eine Studie des Informationsdienstes für den öffentlichen Verkehr (Litra) ergeben. Glaubt man dem Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky, wird der Mobilitätsposten in unseren Haushaltsbudgets künftig massiv entlastet. Fünf Thesen zum kostengünstigen Carsharing der Zukunft.

I: Weg vom eigenen Auto, hin zum Carsharing

Ein Auto, das einen Fahrer hat, steht zu 96 Prozent in der Garage rum. Ein autonomes Auto könne aber «arbeiten gehen», in dem es von anderen genutzt werde, sagt Jánszky. Je besser ausgelastet ein Auto, desto billiger der gefahrene Kilometer. Ein eigenes Auto zu haben, werde in Zukunft ein Luxus sein, den man sich leisten wollen muss.

II: Weg vom Linienverkehr, hin zum Punkt-zu-Punkt-Verkehr

Mit den autonomen Fahrzeugen wird der Massentransport auf festgelegten Fahrstrecken ein Auslaufmodell. Die neuen Technologien machen es möglich, öffentliche Verkehrsmittel per Knopfdruck von Punkt zu Punkt fahren zu lassen, von Tür zu Tür, anstatt von Haltestelle zu Haltestelle.

III: Weg vom Auto(bus), hin zum Shuttlebus

Jánszky geht davon aus, dass es in Zukunft Shuttlebusse mit ca. zwölf Sitzen geben wird, die ähnlich wie bei uberPool die Passagiere zu ihren gewünschten Destinationen bringen. Der öffentliche Personentransport auf Strassen wird dann nicht mehr in Autobussen, sondern in geräumigen Taxis stattfinden.

IV: Weg vom subventionierten ÖV, hin zu Privatanbietern

Derzeit sind in der Regel Stadtwerke für den öffentlichen Nahverkehr verantwortlich. Dieser wird stark subventioniert, weil der Betrieb kostendeckend kaum möglich ist. In Zukunft werden private Anbieter diese Infrastrukturleistung übernehmen, weil er rentieren wird. Nebst Technologieunternehmen wie Google und Apple werden auch Grosskonzerne in den Markt einsteigen. Sie werden ihre Fahrzeugflotten arbeiten lassen wollen, wenn sie nicht gebraucht werden.

V: Weg vom Ticketpreis, hin zur Google-Logik

Weil die Kosten für eine Fahrt von A nach B stark sinken, sagt Jánszky voraus, dass die Anbieter ihr Geld in Zukunft nach einem anderen Geschäftsmodell verdienen werden als mit einem Fahrpreis – nach der Logik von Google. Für das Hauptprodukt zahlt der Kunde nichts, dafür wird er im autonomen Shuttle mit Werbung und Kaufangeboten konfrontiert.