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© Automobile Classics, Philip Lange, VanderWolf Images, Steve Lagreca
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Wie sparsam sind Plug-in-Hybride?

Die Hersteller von Plug-in-Hybriden versprechen hohe Energieeffizienz und tiefen Benzin- und Dieselverbrauch. Aber stimmt das auch? Ein aktueller Test bringt Aufschluss.

Ein Plug-in-Hybrid ist ein Fahrzeug, das mit einem kombinierten Elektro- und Verbrennungsmotor angetrieben wird. Kombinieren lassen sich dabei auch die Vorteile der beiden Antriebe. So kann man beispielsweise tägliche Kurzstrecken (sei es ins Büro oder zur Arbeit) elektrisch zurücklegen, längere Fahrten aber konventionell mit Benzin, ohne sich darum kümmern zu müssen, wie weit die Batterie reicht. Aufgeladen wird, im Gegensatz zum reinen Hybrid-Fahrzeug, an einer normalen Steckdose oder während der Fahrt.

Die Versprechen der Hersteller muten – gerade auch vor dem Hintergrund gefälschter Diesel-Abgaswerte – unglaublich an. So gibt etwa Mitsubishi für seinen 1,8 Tonnen schweren SUV Outlander PHEV mit Plug-in-Hybrid- und Allradantrieb einen Verbrauchsschnitt von nur 1,9 l/100 km an. Unter der Annahme, dass man zwei Drittel der Wegstrecken elektrisch zurücklege.

Der Touring Club Schweiz (TCS) wollte es nun genau wissen und liess vier Hybride auf ihren Energieverbrauch testen. Und dies von einer unabhängigen Instanz: im renommierten österreichischen Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik (IFA) der TU Wien.

Folgende vier Kandidaten mussten zum Test antreten:

  • Audi A3 e-tron
  • Mitsubishi Outlander PHEV
  • Toyota Prius Plug-in
  • Volvo V60 D6 AWD Twin Engine

Die unabhängigen Tester versuchten, anders als die Hersteller möglichst realitätsnahe Betriebsbedingungen zu simulieren. Sie legten eine Testfahrt im Eco-Modus auf 35 Kilometern an, 25 % davon innerorts, 45 % ausserorts und die restlichen 30 % Autobahn. Dazu testeten sie den Energieverbrauch für die Heizung respektive für die Klimaanlage bei jeweils 0, 20 und 30 Grad Celsius, ebenso den Ladezustand der Traktionsbatterie.

Und das sind die beiden wichtigsten Ergebnisse:

  1. Der Gesamtenergieverbrauch liegt einiges höher, als von den Herstellern veranschlagt, aber immer noch signifikant tiefer als bei reinen Benzinfahrzeugen. Am besten schnitt der Toyota Prius ab, mit einem Gesamt-Energieverbrauch, der einer Verbrennung von fünf Litern Benzin pro 100 Kilometern entspricht (bei einer Aussentemperatur von 20 Grad Celsius), während der Mitsubishi am schlechtesten abschneidet, mit 8,8 Litern pro 100 Kilometern – fast fünfmal mehr als versprochen! Der grosse Verbrauchsunterschied wirkt sich auch auf deutliche Kostenunterschiede für Strom und Benzin aus, die beim Toyota rund ein Drittel tiefer sind als beim Mitsubishi (siehe Grafik).
  2. Die Aussentemperatur hat einen grösseren Einfluss auf die elektrische Reichweite als angenommen. Je kühler es draussen ist, desto geringer die Batterieleistung. Beispiel Audi: Während der Hersteller eine Batterie-Reichweite von 50 Kilometern verspricht, ergab der Test eine Reichweite von 40 Kilometern bei einer Aussentemperatur von 20 Grad Celsius und gerade mal 19 Kilometer bei der Aussentemperatur von 0 Grad Celsius. Als kälteresistenter erwies sich nur der Volvo (siehe Grafik).


Insgesamt kommen die Tester zum Schluss, dass gerade in der Verbesserung der Batterieleistung auch unter kalten Bedingungen das grösste Verbesserungspotenzial der Hybride liegt. Nur so lasse sich ein hinreichend grosser Anteil der täglichen Wegstrecke elektronisch zurücklegen. Und die beträchtliche Lücke zwischen Hersteller-Versprechen und effektivem Energieverbrauch etwas schliessen.