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Facts

Fossile Energieträger

Alle Energieträger, die sich vor Millionen Jahren aus Biomasse gebildet haben und heutzutage gefördert werden. Dazu zählen Erdöl, Erdgas und Kohle, die 2013 rund 86 % zum weltweiten Konsum von Primärenergie beitrugen. Im Transportbereich ist Erdöl der dominierende Energieträger und wird es auch zukünftig bleiben.

Benzin

Benzin ist ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen der Molekülgrössen C4 (vier Kohlenstoffatome) bis C12 und hat einen Siedebereich zwischen etwa 50°C und 210°C. Die Qualitätsanforderungen für Benzin sind genau definiert. Ein motorentechnisch wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Oktanzahl, welche als Mass für die Klopffestigkeit des Benzins gilt. An der Tankstelle begegnen dem Kunden primär die beiden Qualitäten Benzin bleifrei mit 95 Oktan (BF95) und Benzin bleifrei mit 98 Oktan (BF98). Zudem bieten einige Markengesellschaften auch Premiumqualitäten mit teilweise höheren Oktangehalten an.

Benzin kann auch Biotreibstoffe enthalten, wie beispielsweise Ethanol oder ETBE (Ethyl-Tertiär-Butyl-Ether). Gemäss Norm ist ein Ethanolanteil von bis zu 5 Volumenprozenten ohne Kennzeichnungspflicht an der Zapfsäule zulässig und mit sämtlichen Benzinfahrzeugen kompatibel.

Diesel

Dieselöl oder kurz «Diesel» besteht aus einem Gemisch von Kohlenwasserstoffen der Molekülgrössen C10 (10 Kohlenstoffatome) bis C22 und verfügt über einen Siedebereich von 170 °C bis 370 °C. Diesel dient als Treibstoff für Personenwagen, Busse, Lastwagen und andere Nutzfahrzeuge, aber auch Motorboote, Schiffe und Rangierlokomotiven bis hin zu Baumaschinen. Die Qualitätsanforderungen für Diesel sind genau definiert. Von motorentechnisch grosser Bedeutung ist die Cetanzahl, welche die Zündwilligkeit des Treibstoffs charakterisiert. Der an Schweizer Tankstellen verkaufte Diesel verfügt über eine Cetanzahl von mindestens 51. Einige Markengesellschaften bieten auch Diesel in Premiumqualitäten an.

Diesel kann auch Biotreibstoffe enthalten, wie beispielsweise FAME (Fatty Acid Methyl Ester = Fettsäuremethylester = Biodiesel) oder synthetischen (Bio)Diesel in Form von HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) oder GtL (Gas to Liquids). Gemäss Norm ist ein FAME-Anteil von bis zu 7 Volumenprozenten ohne Kennzeichnungspflicht an der Zapfsäule zulässig und mit allen Dieselfahrzeugen kompatibel. Keine Begrenzung besteht für die Beimischung von synthetischem Diesel, da dieser mit Diesel chemisch praktisch identisch ist.

Erdgas

Bei der Förderung besteht Erdgas grösstenteils aus Methan und kleineren Anteilen gasförmiger Kohlenwasserstoffe (z.B. Ethan, Propan, Butan) und weiterer Gase (z.B. Kohlendioxid, Stickstoff, Schwefelwasserstoff). Nach der Aufarbeitung, welche u.a. eine Entschwefelung einschliesst, gelangt das Produkt entweder gasförmig via Pipeline oder in verflüssigter Form als LNG (Liquefied Natural Gas) per Hochseetanker zu den Verbrauchermärkten. Im Schweizer Verteilnetz enthält Erdgas im Mittel rund 90 % Methan. Mit einer Oktanzahl von 130 eignet sich Methan als Treibstoff für den Einsatz im Ottomotor. Wegen der im Vergleich zu Benzin wesentlich geringeren Energiedichte muss Methan auf dem Fahrzeug jedoch in komprimierter Form bei rund 200 bar als CNG (Compressed Natural Gas) mitgeführt werden, um eine akzeptable Reichweite zu erreichen.

Die CO2-Emissionsbilanz von CNG ist etwa mit jener von Diesel vergleichbar. In der Schweiz wird dem Erdgasnetz zusätzlich Biogas beigemischt und buchhalterisch dem Treibstoff an die CO2-Emissionsbilanz angerechnet. Per Vertrag mit dem Bund wird ein Biogasanteil von mindestens 10 % garantiert.

Trotz Steuerbegünstigungen, einer ansehnlichen Modell-Palette von Erdgasautos sowie einer adäquaten Tankstelleninfrastruktur entwickeln sich die mit Erdgas betriebenen Fahrzeug-Flotten in vielen Ländern nur zögerlich. In Europa erlangte Erdgas insbesondere in Italien eine grössere Bedeutung.

LPG

Unter dem Begriff LPG (Liquefied Petroleum Gases) bzw. den gleichbedeutenden Bezeichnungen Flüssiggas oder Autogas werden leichte, gesättigte Kohlenwasserstoffe zusammengefasst, die bei der Erdölraffination anfallen, sowie als Nebenprodukte bei der Förderung von Erdgas und Erdöl. LPG besteht aus Propan, Butan oder aus einem Gemisch beider Stoffe und wird bei einem Druck von ca. 8 bis10 bar in verflüssigter Form transportiert und gelagert. Die Qualitätsanforderungen für den Treibstoff sind europaweit einheitlich. Aufgrund seiner hohen Oktanzahl von über 105 eignet sich LPG für den Einsatz in Fahrzeugen mit Ottomotor.

Dank Steuerreduktionen konnte sich LPG in verschiedenen Ländern (z.B. Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Türkei) als kostengünstiger, zu Benzin vergleichsweise emissionsärmerer Alternativtreibstoff etablieren. Neben dem Angebot von LPG-Modellen einzelner Automarken wurde diese Entwicklung insbesondere auch durch die relativ einfache Umrüstungsmöglichkeit von Benzinfahrzeugen auf Flüssiggasbetrieb sowie durch den gleichzeitigen Aufbau einer adäquaten Betankungsinfrastruktur begünstigt.