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Movimento

© Local Motors
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Was taugen die Autos aus dem 3D-Drucker?

In den USA fährt das erste weitgehend im 3D-Verfahren hergestellte Auto auf der Strasse. Der Markteintritt steht unmittelbar bevor.

Ende 2014 präsentierte die US-Firma Local Motors das erste Auto aus dem 3D-Drucker. Sein Name: Strati – italienisch für «Schichten». Der Name ist Programm: Im 3D-Druckverfahren werden dreidimensionale Gegenstände aus digitalen Druckvorlagen akkurat Schicht für Schicht aufgebaut, statt dass ein Rohling bis zur gewünschten Form abgetragen wird wie in herkömmlichen Verfahren.

Auch eine Art Tuning

2016 soll Strati in den Handel kommen. Dabei soll die Stärke der 3D-Technologie, flexibel Kundenwünsche umzusetzen, schon zum Tagen kommen. Der Kunde kann sein Auto nach seinen persönlichen Vorstellungen gestalten, eine Art Tuning im Produktionsverfahren. Der Preis für das 3D-Auto soll zwischen 16’000 und 27’000 Franken liegen – je nach Ausgestaltung eben.

Der Produktionsprozess hat drei Stufen:

  1. Mit einer digitalen Datei wird der Drucker gefüttert und der Drucker druckt in rund 44 Stunden die grobe Form des Autos: das Chassis mit einer geriffelten Oberfläche und alle Interieur-Teile inklusive der Sitze.
  2. Eine Fräsmaschine bringt das Auto in die exakte Wunschform. Dafür benötigt sie 24 Stunden.
  3. Teile wie der E-Motor, die Reifen, die Bremsen oder die Technik werden zusammengebaut und montiert.

49-Teile-Puzzle

Die Forscher versuchen den Produktions- und insbesondere den Druckprozess zu beschleunigen. Zu diesem Zweck haben sie das Modell radikal vereinfacht. Während ein normales Auto aus tausenden Einzelteilen besteht, sind es beim Strati nur 49.

Strati ist in vielen Belangen einem herkömmlich produzierten Auto bereits ebenbürtig. So soll das verwendete Plastik aus Karbonfasern genauso stark und stabil sein wie ein Aluminiumblech. Getrübt wird die Vorfreude auf Strati durch die Tempo- und Platzlimitierung. Strati schafft es auf zwei Sitze und 40 Kilometer pro Stunde. Weder jedermanns noch jederfraus Sache.