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Im Leichtbau liegt die Zukunft

Je leichter Autos sind, desto weniger Benzin verbrauchen sie und desto umweltschonender fahren sie. Wie lässt sich im Autobau Gewicht einsparen.

Auf die Autoindustrie steigt der Druck, das Autogewicht aus Umweltschutz-Gründen zu verringern. Das Europaparlament hat im Februar 2015 beschlossen, dass Autos ab 2020 nur noch 95 Gramm des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) pro Kilometer ausstossen dürfen – derzeit gilt ein Zielwert von 130 Gramm.

Chinas Regierung wiederum beschloss im Frühjahr, dass der durchschnittliche Benzinverbrauch aller neuen Autos schon bis 2015 auf 6,9 Liter sinken soll. Der Riesenstaat im Osten, für verpestende Industrien und verschmutzenden Städte bekannt, überholt die Schweiz links in der Autobenzin-Ökonomie. Und setzt aufgrund seiner schieren Marktgrösse erhebliche Anreize für den Leichtbau. Aber auch Elektroautos müssen angesichts der schweren Batterien möglichst leicht gebaut werden, um Geschwindigkeit und Reichweite erhöhen zu können. Das A und O für den Markterfolg.

Autos auf Diät

Anreize also gibt es zuhauf. Kein Wunder sind Autohersteller und Chemie- und Kunststoffkonzerne mit Hochdruck daran, Gewichtsreduktionspotenziale auszuloten. Bei einem durchschnittlichen Auto lassen sich durch bereits eingeführte Leichtbaulösungen schon heute 50 Kilogramm Gewicht einsparen. Weitere Reduktionsschritte stehen bevor. Gewicht reduzieren lässt sich aber auch durch neue Glasvarianten, sogenannte Sandwichbauweisen sowie intelligente Fügetechniken.

Sonnendächer aus Glas sollen nicht nur signifikant leichter werden, sondern besser gegen Hitze isoliert sein, so dass Klimaanlage respektive Heizung weniger zum Einsatz kommen.

Komponenten wie Stossstangen aus Kunststoff sollen durch eingebaute winzige Glashohlkugeln um bis zu 30 Prozent leichter werden. Und auch sonst soll wie immer möglich der schwere Stahl durch den ultraleichten Verbundwerkstoff Kohlefaser ersetzt werden.

Ein Sandwich, mit dem man leichter wird

Es gibt aber auch bereits neue Hybridwerkstoffe wie jener namens «Litecor», eine Art Sandwich-Produkt: Ein Kern aus Polymerkunststoff von 0,3 bis einem Millimeter Dicke wird dabei von zwei Stahldeckblechen von 0,2 bis 0,3 Millimetern Dicke ummantelt. Dadurch ist das Material deutlich leichter als Stahlvollblech. Eine Tür mit Aussenhaut aus dem neuen Hybridmaterial hätte bis zu 33 Prozent Gewichtsvorteil gegenüber bisherigen Modellen. Den Autofahrer kann diese Entwicklung nur freuen. Er wird in Zukunft weniger Benzin tanken müssen und mit besserem Gewissen Autofahren können.

Quelle: Die Welt