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Es grünt im Fahrzeugpark

CO2-Gesetz und Euro-6-Abgasnorm setzen die Autobranche bezüglich Schadstoffgrenzwerten unter Druck. Die Hersteller reagieren mit immer effizienteren Modellen. Ein Augenschein lohnt sich anlässlich der «Auto Zürich Car Show» vom 29. Oktober bis 1. November.

Die Energieeffizienz auf den Schweizer Strassen nimmt kontinuierlich zu. Um 14 Prozent ist laut Statistik vom Bundesamt für Strasse (ASTRA) zwischen 2008 und 2014 der CO2-Ausstoss pro Auto zurückgegangen. Nach rund 166 Gramm vor sieben Jahren ist heute ein Durchschnittswert von 142 Gramm CO2 pro Kilometer und Fahrzeug erreicht.

«Den grössten Beitrag zu diesem Erfolg haben die Elektrifizierung in Form von Hybridantrieben sowie das ‹Downsizing› geleistet», erklärt Andreas Burgener, Direktor der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure. «Downsizing» steht einerseits für die Verkleinerung der Motoren bei gleichzeitiger Leistungs- und Effizienzsteigerung, anderseits für eine Gewichtsreduktion der Autos. «Gerade in diesem Bereich besteht noch ein enormes Potenzial für Entwicklungen, vor allem dank neuen Materialien», prophezeit Burgener. Bei Benzin- wie Dieselantrieben erziele das Downsizing schon heute beachtliche Fortschritte. «Die durchschnittliche Leistung moderner Verbrennungsmotoren steigt kontinuierlich, während gleichzeitig der Treibstoffverbrauch zurückgeht.»

Euro 6: Feinstaubemissionen verschwinden von der Strasse

Die Branche bleibt weiterhin gefordert, denn die Abgasnormen werden immer strenger. So schreibt das CO2-Gesetz vor, dass bis Ende 2015 der Emissionswert pro gefahrenem Kilometer bis auf 130 Gramm sinken muss. Bis 2021 sogar auf 95 Gramm. Ausserdem nimmt per 1. September 2015 die EU mit ihrer Euro-6-Abgasnorm alle Autohersteller noch stärker in die Pflicht. Euro 6 begrenzt als Novum auch für Neufahrzeuge mit Benzinmotoren die Zahl der ausgestossenen Partikel. Für Dieselmotoren galt diese Vorschrift bereits im Rahmen von Euro 5 (seit 2011).

«Mit der Umsetzung von Euro 6 werden also Feinstaubemissionen auf absehbare Zeit ganz aus dem Strassenverkehr verschwinden», so Andreas Burgener. Die Autoindustrie stelle sich dieser Verantwortung selbstbewusst und sei absolut auf Kurs, sagt er stellvertretend für die 33 offiziellen Importeure von 45 Automarken, welche unter dem Dach von auto-schweiz organisiert sind. «Alle Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht und können in der Mehrheit bereits heute Fahrzeuge anbieten, die den strengeren Vorschriften vollständig gerecht werden.»

Nabelschau der Energieeffizienz in Zürich

Dies bestätigt auch Karl Bieri, Präsident der Messe «Auto Zürich Car Show», die heuer vom 29. Oktober bis 1. November in den Hallen der Messe Zürich stattfinden wird. Es sei nochmals ein ökologischer Ruck durch die Branche gegangen, was sich in Zürich deutlich manifestieren werde. «Die meisten Importeure und Händler werden sich unseren Messehallen mit hocheffizienten Fahrzeugen und alternativen Antrieben präsentieren», kündigt er an. Von Downsizing-Motoren für Benzin und Diesel über Erdgas- und Elektrofahrzeuge bis zu Plugin-Hybride werde alles zu sehen sein.

Vorreiterin der Branche sei noch immer Toyota mit dem Hybridmodell Prius. «Allerdings haben die meisten Hersteller nachgezogen», so Bieri. So gehöre heute Fiat zu den Marken mit der nachhaltigsten Produktion. «VW und BMW überzeugen mit den effizientesten Antrieben.» Überhaupt seien ineffiziente Fahrzeuge praktisch bei keinem Hersteller mehr zu finden. «Selbst einige Sportwagen werden heute als Hybridautos angeboten.»

Der Käufermarkt verlangt alternative Antriebe

Dass der Markt die Innovation aufnimmt und immer stärker auf energieeffiziente Fahrzeuge setzt, belegt eine aktuelle Statistik von auto-schweiz. 5305 Fahrzeuge mit Hybrid- oder rein elektrischem Antrieb wurden hierzulande von Januar bis Mai 2015 in Verkehr gesetzt. Das entspricht zwar erst einem Marktanteil von 4,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser allerdings um satte 39 Prozentpunkte angewachsen. Effizienzsteigerung gebe es indes nicht zum Nulltarif, gibt Andreas Burgener zu bedenken. «Der grosse Teil dieser Innovationen setzt sich vorderhand im hochpreisigen Fahrzeugsegment durch.»

Text: Robert Wildi